Erdtöne: Was sie sind – und wie du Erdton-Farbpaletten richtig einsetzt
Erdtöne sind gedeckte, warme Farben aus der Natur – von Sand und Ocker über Terrakotta bis zu Umbra und Oliv. Sie wirken ruhig, bodenständig und hochwertig. Auf dieser Seite findest du alles zu Erdtönen: Definition, Beispiele mit HEX-Codes, harmonische Paletten und praktische Tipps für den Einsatz im Webdesign.
Was sind Erdtöne?
Als Erdtöne bezeichnet man Farben, die an natürliche Materialien erinnern: Erde, Lehm, Ton, Holz, Stein, trockenes Gras und Laub. Viele von ihnen gehen auf die ältesten Pigmente überhaupt zurück – Ocker, Siena und Umbra sind Erdpigmente, die schon in Höhlenmalereien verwendet wurden.
- Farbtöne zwischen Rot-Orange und Olivgrün. Typischerweise H=10–85°
- gedeckte, geringe bis mittlere Sättigung. Typischerweise S=15–55
- mittlere bis dunkle Helligkeit. Typischerweise L=25–70
- wirken warm, natürlich, ruhig und vertrauenswürdig
Warum Erdtöne so beliebt sind
Erdtöne stehen für Natürlichkeit, Handwerk und Nachhaltigkeit. Sie wirken weniger laut als reine Bunttöne und lassen sich lange ansehen, ohne zu ermüden. Deshalb sind sie in Interior, Architektur, Food, Outdoor und bei nachhaltigen Marken sehr verbreitet – und auch im Webdesign eine gute Alternative zum üblichen Blau-Grau.
Erdtöne vs. Pastellfarben
Pastellfarben sind hell und leicht, es gibt sie in jedem Farbton. Erdtöne sind dagegen auf den warmen Bereich des Farbkreises beschränkt und deutlich dunkler und gedeckter. Ein „Erd-Blau“ oder „Erd-Pink“ gibt es im engeren Sinn nicht.
Typische Fehler im Webdesign
- nur Brauntöne → wirkt schnell schwer und altmodisch
- mittelhelle Erdtöne als Textfarbe → zu wenig Kontrast
- kein heller Gegenpol → die Seite wirkt dunkel und eng
So funktioniert der Erdtöne-Farbstil im Tool
Im Farbpicker kannst du unter Farbstil die Option Erdtöne wählen. Dann zeigt der Farbkreis nur noch Erdtöne: Der Farbton läuft auf beiden Seiten von Terrakotta (oben) über Ocker und Senfgelb bis Oliv (unten), die Sättigung ist fest, und die Helligkeit ändert sich von innen (hell) nach außen (dunkel). Jeder Klick ergibt so einen passenden Erdton. Farbmodell HSL erklärt →
SÄTTIGUNG S
Steuert, wie kräftig die Erdtöne sind. Je niedriger, desto mehr gehen sie in Richtung Taupe und Grau.
- 10–25: sehr gedeckt, steinig
- 30–45: klassische Erdtöne
- 50–70: kräftig, herbstlich
HELLIGKEIT L INNEN & AUSSEN
Die Ringe bilden eine Helligkeits-Skala: innen heller (Sand, Creme), außen dunkler (Umbra, Moos).
- L max 65–80: helle, sandige Töne
- L min 20–30: tiefe Braun- und Grüntöne
Schnelle Presets
- Steinig: S 15–20, L min 30, L max 75
- Klassisch: S 40, L min 25, L max 70
- Herbstlich: S 55–65, L min 25, L max 60
Erdtöne Beispiele (mit HEX-Codes)
Hier sind typische Erdtöne, die häufig in Design, Interior und Branding vorkommen. Du kannst auf den HEX-Code klicken, um ihn zu kopieren.
Hinweis: Die Grenzen sind fließend – Salbei und Taupe werden oft auch zu den Naturtönen oder Neutralfarben gezählt. Entscheidend ist der gedeckte, warme Charakter.
Schöne Erdton-Farbpaletten (harmonisch kombiniert)
Gute Erdton-Paletten kombinieren meist 2–3 Erdtöne mit einem hellen Grund (Creme, Off-White) und einem sehr dunklen Braun für Text. Hier sind fertige Beispiele:
Erdtöne im UI: Beispieldesign
Anders als Pastellfarben eignen sich dunklere Erdtöne auch für Buttons mit weißer Schrift. Helle Erdtöne wie Sand funktionieren gut als ruhige Hintergrundflächen.
Erdtöne kombinieren: einfache Regeln
1) Hell – Mittel – Dunkel
Nimm einen hellen Erdton als Fläche (Sand, Creme), einen mittleren als Akzent (Terrakotta, Ocker) und einen sehr dunklen für Text (Umbra, Schokobraun).
2) Ein Grün für Frische
Nur Braun- und Orangetöne wirken schnell schwer. Salbei, Oliv oder Moos bringen einen natürlichen Gegenpol.
3) Kontraste prüfen (WCAG)
Viele Erdtöne liegen genau im mittleren Helligkeitsbereich – dort ist der Kontrast zu Weiß und zu Schwarz oft knapp. Prüfe Text und Buttons auf AA/AAA.
Weiterführend: WCAG-Kontrast Rechner & Erklärung
FAQ: Erdtöne
Kurze Antworten auf häufige Fragen zu Erdtönen.
Was sind Erdtöne?
Erdtöne sind gedeckte, warme Farben, wie sie in Erde, Lehm, Holz, Stein und Pflanzen vorkommen. Sie liegen im Farbkreis zwischen Rot-Orange und Olivgrün, sind eher wenig gesättigt und mittel bis dunkel. Typisch sind Braun, Terrakotta, Ocker, Sand, Oliv und Salbei.
Welche Farben zählen zu den Erdtönen?
Zu den Erdtönen zählen vor allem Brauntöne wie Umbra, Schokobraun und Taupe, rötliche Töne wie Terrakotta und gebrannte Siena, gelbliche Töne wie Ocker, Senfgelb und Sand sowie gedeckte Grüntöne wie Oliv, Moosgrün und Salbei.
Wie kombiniert man Erdtöne richtig?
Gut funktioniert ein heller Erdton als Fläche (z.B. Sand oder Creme), ein kräftigerer Erdton als Akzent (z.B. Terrakotta oder Ocker) und ein sehr dunkler Braunton für Text. Ein gedecktes Grün wie Salbei oder Oliv bringt zusätzlich Frische. Für Text und Buttons sollte der Kontrast nach WCAG geprüft werden.
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